ICH MÖCHTE EIN STEIN SEIN
 
Ich möchte ein Stein sein -
ein Stein des Anstoßes,
kein Stein in irgendeinem Haus
in unserer Stadt einbetoniert.
Einer, der auf der Wiese liegt.
den ein kleines Kind aufhebt,
und zaghaft gegen die Fensterscheibe wirft,
weil niemand ihm die Tür öffnet.
Kein Stein, den wärmender Mörtel umhüllt.

Ich möchte ein Stein sein,
der auf der Wasseroberfläche gleitet,
wenn er richtig geworfen wird.
Einer, der ruhig am Strand liegenbleibt,
auch wenn die Brandung noch so mächtig tobt,
kein Stein, der sich bereits abgeschliffen hat.

Ich möchte ein Stein sein,
eckig und kantig, scharf wie ein Messer,
an dem jeder sich schneidet,
dessen Hände mit Blut beklebt sind.
Einer, der auf der Straße gepflastert wurde,
den ein Demonstrant aufhebt
und ihn gegen das Unrecht schleudert,
das er erlitten hat,
kein Stein, der den Mächtigen den Weg ebnet.

Ich möchte der Stein sein -
der Stein des Anstoßes.
Doch wer bringt den Stein ins rollen?