Meditation zum Auferstehungsbild

 
     Betrachte das Bild
 
Auferstehung Am unteren Rand des Bildes herrscht Dunkelheit. Dunkelheit, in der wir die 3 Kreuze von Golgotha wahrnehmen können. Die Kreuze sind nicht von brauner Farbe, wie wir es vermuten würden, sondern blau, blau wie das Innere unserer Kirche. Es sind nicht irgendwelche fernen Kreuze, sondern in ihnen spiegelt sich unser Leben wider.
 
Vom mittleren Kreuz, dem Kreuz Jesu, tropft Blut, es wirkt so als tropfe es über den Bildrand hinaus in unsere Wirklichkeit, auf unser Kreuz, und verbinde sich so mit unserem Leid, den Sorgen und Nöten unserer Zeit.
 
Aber es bleibt nicht bei der Dunkelheit, die die Kreuze umschließt. Über Golgotha geht ein strahlendes Licht auf. Ein Strahlen, das von oben ausgeht, von oben seine Kraft bekommt, und doch auch von der Mitte des Bildes ausgeht.
 
Der Maler versucht das Unschaubare sichtbar zu machen. Wir können die Umrisse des Auferstandenen wahrnehmen, der über die Dunkelheit des Todes gesiegt hat. Es ist ein eigentümlich leichtes, lebendiges Leuchten des Auferstandenen, Licht von anderer Qualität.
 
Der Körper leuchtet wie von innen, er ist vom Licht durchströmt. Um den Kopf herum ist dieses Leuchten besonders intensiv. Es umstrahlt die Stirn wie eine kleine goldene Sonne, die selbst eben aufgeht.
 
Segnend, die ganze Welt umarmend, streckt er seine Arme aus.
Sein Körper wirkt durch das Licht insgesamt durchscheinend.
Die Konturen verschwimmen, der Auferstandene wird eins mit seiner Umgebung.
Er entzieht sich nicht der Welt, sondern ist ganz in ihr, er ist unter uns, aber wir können ihn nicht deutlich erkennen. Seine Gesichtszüge können wir höchstens erahnen.
 
Er ist verwandelt, ist anders unter uns, aber doch gleich zu erkennen als der Auferstandene Christus, der den Tod besiegt hat und uns den Weg ins ewige Leben bei Gott eröffnet hat.
Der strahlende Leib ist umrandet und teilweise sogar durchzogen von Braun- und Blautönen, die wir auch in unserer Kirche finden.
 
Auferstehung geschieht mitten unter uns, nicht weit weg über dem Hügel von Golgotha, sondern genau hier unter uns können wir dem Auferstandenen begegnen, wir sind mit hinein genommen in seine Auferstehung.
 
Nimm dir noch ein wenig Zeit und verharre mit deinen Gedanken beim Bild

© Karin Elnrieder