Samstag, 28. November
SCHRIFTLESUNGEN
mit Kommentaren aus dem Schott-Messbuch
 
ZUR LESUNG
Am Ende der Offenbarung kehren die Bilder des Anfangs wieder: der Paradiesesstrom, der Baum des Lebens, der Sieg des Lichts über die Finsternis. Gott, der alles aus dem Nichts erschaffen hat, kann am Ende sagen: „Ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Er allein hat die Macht dazu. Die Menschen können Revolutionen machen, Systeme ändern, sie werden es immer wieder mit dem alten Menschen zu tun haben. Den neuen, erneuerten Menschen kann nur Gott schaffen. Er schafft ihn von innen her: indem er selbst in den Raum des Menschen eingeht. Mit dem Opfer des Lammes hat die neue Menschheit und mit ihr die neue Schöpfung begonnen. Noch ist sie verhüllt; wenn die Enthüllung, die „Apokalypse“ geschieht, hat die Geschichte ihr Ziel erreicht. - Mit 22,6-7 beginnt das Ende des Buches; auch dieses Ende schaut auf den Anfang zurück, auf die ersten Verse (1,1-3). Dort wurde „selig“ genannt, wer die Worte dieses Buches vorliest und wer sie hört und an ihnen festhält. In 22,7 steht die Sechste der sieben „Seligkeiten“ dieses Buches. Sie sagt uns mit aller Deutlichkeit, um was es in diesem ganzen Buch geht: nicht um phantastische Spekulationen, sondern allein darum, dass die Christen ihre Situation in dieser vergehenden Welt und in der kommenden Welt Gottes begreifen und ihr gehorchen.
 
LESUNGOffb 22, 1-7
Es wird keine Nacht mehr geben, denn der Herr wird über ihnen leuchten
Lesung aus der Offenbarung des Johannes
Der Engel des Herrn zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.
Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
Es wird nichts mehr geben, was der Fluch Gottes trifft. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen, und seine Knechte werden ihm dienen.
Sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben.
Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.
Und der Engel sagte zu mir: Diese Worte sind zuverlässig und wahr. Gott, der Herr über den Geist der Propheten, hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss.
Siehe, ich komme bald. Selig, wer an den prophetischen Worten dieses Buches festhält.
 
PSALMPs 95, 1-2.4-7
1        Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn
          und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!
2        Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen,
          vor ihm jauchzen mit Liedern!
4        In seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
          sein sind die Gipfel der Berge.
5        Sein ist das Meer, das er gemacht hat,
          das trockene Land, das seine Hände gebildet.
6        Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen,
          lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
7        Denn er ist unser Gott,
          wir sind das Volk seiner Weide,
          die Herde, von seiner Hand geführt.
 
ZUM EVANGELIUM
"Jener Tag" ist der Tag des Menschensohnes (Lk 21,27). Er kommt nicht unvorbereitet, und doch besteht die Gefahr, dass er die Menschen "plötzlich überrascht" (V. 34). Daher am Schluss der ganzen Rede die eindringliche Mahnung: "Wacht und betet allezeit ...". Die Offenbarung des Menschensohnes ist nicht nur ein Ereignis der Zukunft. Seit seiner Auferstehung ist Christus der verherrlichte Herr (Mk 14,62; Offb 1,7); die alternde, vergehende Welt ist zu einer in Wirklichkeit schon vergangenen Welt geworden, die neue Schöpfung ist im Werden. Wenn Christus in Herrlichkeit kommt, wird das für ihn keine neue Situation bedeuten; für uns wird es die abschließende Bestätigung dessen sein, was sich mit Jesus von Nazaret ereignet hat, die universale Offenbarung dessen, was er ist, aber auch dessen, was wir sind - vor ihm.
 
EVANGELIUMLk 21, 34-36
Wacht, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen könnt
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht,
so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.