Sonntag, 25. OKTOBER
SCHRIFTLESUNGEN
mit Kommentaren aus dem Schott-Messbuch
 
ZUR 1. LESUNG
In die Sinai-Erzählung sind zahlreiche Vorschriften und Rechtsbestimmungen eingefügt. Sie haben ihre Wurzel im Bundesverhältnis zwischen Gott und dem Volk Israel. Das Volk Gottes kann als solches nur bestehen, wenn es sich an diese Grundregeln hält. Die Vorschriften in der heutigen Lesung gelten dem Schutz der Armen und Schwachen; sie setzen einfache Verhältnisse voraus und lassen sich leicht auf unsere heutige Situation übertragen.
 
1. LESUNGEx 22, 20–26
Wenn ihr Witwen und Waisen ausnützt, so wird mein Zorn gegen euch entbrennen
Lesung aus dem Buch Exodus
So spricht der Herr:
Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid im Land Ägypten Fremde gewesen.
Ihr sollt keine Witwe oder Waise ausnützen.
Wenn du sie ausnützt und sie zu mir schreit, werde ich auf ihren Klageschrei hören.
Mein Zorn wird entbrennen und ich werde euch mit dem Schwert umbringen, sodass eure Frauen zu Witwen und eure Söhne zu Waisen werden.
Leihst du einem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld, dann sollst du dich gegen ihn nicht wie ein Gläubiger benehmen. Ihr sollt von ihm keinen Zins fordern.
Nimmst du von einem Mitbürger den Mantel zum Pfand, dann sollst du ihn bis Sonnenuntergang zurückgeben;
denn es ist seine einzige Decke, der Mantel, mit dem er seinen bloßen Leib bedeckt. Worin soll er sonst schlafen? Wenn er zu mir schreit, höre ich es, denn ich habe Mitleid.
 
ANTWORTPSALMPs 18, 2–3.4 u. 47.51 u. 50
2     Ich will dich lieben, Herr, meine Stärke,
3     Herr, du mein Fels und meine Burg und mein Retter;
       mein Gott, mein Fels, bei dem ich mich berge,
       mein Schild und Horn meines Heils, meine Zuflucht.
4     Ich rufe: Der Herr sei hoch gelobt!
       und ich werde vor meinen Feinden gerettet.
47   Es lebt der Herr, gepriesen sei mein Fels.
       Der Gott meiner Rettung sei hoch erhoben.
51   Seinem König verleiht er große Hilfe,
       Huld erweist er seinem Gesalbten,
       David und seinem Stamm auf ewig.
50   Darum will ich dir danken, Herr, inmitten der Nationen,
       ich will deinem Namen singen und spielen
 
ZUR 2. LESUNG
Wer sich Christus zuwendet, bekehrt sich zum „lebendigen und wahren Gott“ (1 Thess 1, 9): zu dem Gott, der den Menschen fordert und rettet. Der lebendige Gott hat Jesus aus dem Tod erweckt und ihm die Macht gegeben, die Welt zu richten und zu retten. Von einem „toten“ Gott müsste man sprechen, wenn der Mensch nicht bereit ist, dies anzunehmen.
 
2. LESUNG1 Thess 1, 5c–10
Ihr habt euch von den Götzen zu Gott bekehrt, um dem wahren Gott zu dienen und seinen Sohn zu erwarten
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Thessalonich
Schwestern und Brüder!
Ihr wisst, wie wir bei euch aufgetreten sind, um euch zu gewinnen.
Und ihr seid unserem Beispiel gefolgt und dem des Herrn; ihr habt das Wort trotz großer Bedrängnis mit der Freude aufgenommen, die der Heilige Geist gibt.
So wurdet ihr ein Vorbild für alle Glaubenden in Mazedónien und in Acháia.
Von euch aus ist das Wort des Herrn aber nicht nur nach Mazedónien und Acháia gedrungen, sondern überall ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir darüber nichts zu sagen brauchen.
Denn man erzählt sich überall, welche Aufnahme wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch von den Götzen zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen
und seinen Sohn vom Himmel her zu erwarten, Jesus, den er von den Toten auferweckt hat und der uns dem kommenden Zorn entreißt.
 
ZUM EVANGELIUM
Die jüdischen Schriftgelehrten zählten in der Bibel 248 Gebote und 365 Verbote; gelten sie alle gleich, oder gibt es eines, das von allen das wichtigste ist? Die Antwort Jesu ist völlig klar. Ohne die Liebe wird keines von allen Geboten wirklich erfüllt; sie bleiben leer, erst die Liebe erfüllt sie mit Leben. Jesus hat das Gebot der Gottesliebe und das der Nächstenliebe zu einer Einheit zusammengefügt; er hat ihre Einheit durch sein Wort und durch seine Tat sichtbar gemacht.
 
EVANGELIUMMt 22, 34–40
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben; deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
In jener Zeit,
als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie am selben Ort zusammen.
Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn versuchen und fragte ihn: Meister,
welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?
Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot.
Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.