Mittwoch, 2. Dezember
SCHRIFTLESUNGEN
mit Kommentaren aus dem Schott-Messbuch
 
ZUR LESUNG
Die Kapitel Jes 24-27 sind eine Sammlung von „apokalyptischen“ Texten jüngeren Datums (also nicht von Jesaja selbst). Hier geht es um die endzeitliche und endgültige Verwirklichung der Gottesherrschaft. Nach dem Gericht über die Mächte des Himmels und der Erde (24, 21) offenbart Gott seine Herrlichkeit vor den Erwählten und versam­melt alle Völker zum Krönungsmahl. Die geistige Blindheit wird von ih­nen weggenommen (V. 7), und der Tod ist überwunden. Nicht das Gericht ist also Gottes letztes Wort über die Menschheitsgeschichte, sondern das Heil und die Freude.
 
LESUNGJes 25, 6-10a
Der Herr wird für alle Völker ein Festmahl geben; er wischt die Tränen ab von jedem Gesicht
Lesung aus dem Buch Jesaja
Der Herr der Heere wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den besten und feinsten Speisen, mit besten, erlesenen Weinen.
Er zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.
Er beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen.
An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. Das ist der Herr, auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat.
Ja, die Hand des Herrn ruht auf diesem Berg. Moab aber wird an Ort und Stelle zerstampft, wie Stroh in der Jauche zerstampft wird.
 
PSALMPs 23, 1-6
1        Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
2        Er lässt mich lagern auf grünen Auen
          und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
3        Er stillt mein Verlangen;
          er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
4        Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
          ich fürchte kein Unheil;
          denn du bist bei mir,
          dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
5        Du deckst mir den Tisch
          vor den Augen meiner Feinde.
          Du salbst mein Haupt mit Öl,
          du füllst mir reichlich den Becher.
6        Lauter Güte und Huld
          werden mir folgen mein Leben lang,
          und im Haus des Herrn
          darf ich wohnen für lange Zeit.
 
ZUM EVANGELIUM
Der Erzählung des zweiten Speisungswunders geht ein Sammelbericht über Krankenheilungen voraus (Mt 15, 29-31). Drei Formen von Krankheiten werden genannt: 1. Lahme und Krüppel, 2. Blinde, 3. Taubstumme. - Im Speisungswunder sieht der Evangelist zeichenhaft die Weissagung vom messianischen Mahl verwirklicht, zu dem Gott in der Endzeit alle Völker einladen wird (vgl. die Lesung, wo von einem Berg die Rede ist wie Mt 15, 29). In V. 36 (vgl. Mt 26, 26) ist erkennbar, dass der Evangelist die Brotvermehrung vom Letzten Abendmahl her versteht. Auch unsere gewöhnlichen Mahlzeiten empfangen von diesem heiligen Mahl ihre Weihe.
 
EVANGELIUM Mt 15, 29-37
Ich habe Mitleid mit diesen Menschen
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Jesus zog weiter und kam an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich.
Da kamen viele Menschen und brachten Lahme, Krüppel, Blinde, Stumme und viele andere Kranke zu ihm; sie legten sie vor ihn hin, und er heilte sie.
Als die Menschen sahen, dass Stumme plötzlich redeten, Krüppel gesund wurden, Lahme gehen und Blinde sehen konnten, waren sie erstaunt und priesen den Gott Israels.
Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen.
Da sagten die Jünger zu ihm: Wo sollen wir in dieser unbewohnten Gegend so viel Brot hernehmen, um so viele Menschen satt zu machen?
Jesus sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben, und noch ein paar Fische.
Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen.
Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern, und die Jünger verteilten sie an die Leute.
Und alle aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übrig gebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.