Mittwoch, 14. April
SCHRIFTLESUNGEN
mit Kommentaren aus dem Schott-Messbuch
 
ZUR LESUNG
Nach einem ersten Verhör vor dem Hohen Rat waren Petrus und Johannes mit einem strengen Redeverbot entlassen worden (Apg 4,18-21). Die Apostel kümmerten sich nicht darum, wie sich aus der zusammenfassenden Darstellung 5,12-16 ergibt. - Der Bericht über eine neuerliche Verhaftung der Apostel und das anschließende Verhör (5,17-42) ist auf drei Tageslesungen verteilt. Im heutigen ersten Teil steht das Wichtigste in den Versen 20-21a: die Christusbotschaft muss auf jeden Fall verkündet werden. Die Apostel wissen auch ohne langes Besinnen, wo sie „alle Worte dieses Lebens“ zu verkünden haben: im Tempel. Dort finden sie schon am Morgen die Gemeinde zum Gebet versammelt. „Alle Worte dieses Lebens“ (V. 20) bedeutet das Gleiche wie „das Wort dieses Heils“ in Apg 13,26; es ist die Botschaft vom Heil, das von Gott kommt und das in der Person des Auferstandenen und in der Kraft des Pfingstgeistes sichtbar geworden ist. Es kommt zu den Menschen durch das gesprochene Wort und das gelebte Zeugnis der Jünger.
 
LESUNG
Aus der Apostelgeschichte

In jenen Tagen
erhoben sich voll Eifersucht der Hohepriester und alle, die auf seiner Seite standen, nämlich die Gruppe der Sadduzäer.
Sie ließen die Apostel verhaften und in das öffentliche Gefängnis werfen.
Ein Engel des Herrn aber öffnete nachts die Gefängnistore, führte sie heraus und sagte:
Geht, tretet im Tempel auf, und verkündet dem Volk alle Worte dieses Lebens!
Sie gehorchten und gingen bei Tagesanbruch in den Tempel und lehrten.
Währenddessen kam der Hohepriester mit seinen Begleitern. Sie riefen den Hohen Rat und alle Ältesten der Söhne Israels zusammen; man schickte Boten zum Gefängnis, um die Apostel vorführen zu lassen.
Die Diener gingen, fanden sie aber nicht im Gefängnis. Sie kehrten zurück und meldeten:
Wir fanden das Gefängnis sorgfältig verschlossen und die Wachen vor den Toren stehen; als wir aber öffneten, fanden wir niemand darin. Der Tempelhauptmann und die Hohenpriester waren ratlos, als sie das hörten, und wussten nicht, was nun werden sollte.
Da kam jemand und meldete ihnen: Die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk.
Da ging der Tempelhauptmann mit seinen Leuten hin und holte sie, allerdings nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten, vom Volk gesteinigt zu werden.
 
PSALM (34, 2-9)
2        Ich will den Herrn allezeit preisen;
          immer sei sein Lob in meinem Mund.
3        Meine Seele rühme sich des Herrn,
          die Armen sollen es hören und sich freuen.
4        Verherrlicht mit mir den Herrn,
          lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen!
5        Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,
          er hat mich all meinen Ängsten entrissen.
6        Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
          und ihr braucht nicht zu erröten!
7        Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.
          Er half ihm aus all seinen Nöten.
8        Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,
          und er befreit sie.
9        Kostet und seht, wie gütig der Herr ist,
          wohl dem, der bei ihm sich birgt.
 
ZUM EVANGELIUM
n Gott selbst ist der Geist die einigende und treibende Kraft. Der Geist, d. h. die Liebe allein kann Gott dazu bewegen, seinen Sohn in die Welt zu senden: in eine Welt, die nicht die Liebe, sondern den Zorn Gottes verdient (soweit man darüber in menschlicher Denk- und Sprechweise überhaupt etwas aussagen kann). „Welt“ ist ein Wort, das im Evangelium Verschiedenes bezeichnen kann: es kann die ganze von Gott geschaffene und geliebte Welt meinen (Joh 17,5.24) oder die Welt der Menschen, die bewohnte Erde (17,25; 16,21); häufig ist es die „Welt“, die sich von Gott abgewandt hat, also, die gottferne und verlorene Menschheit, die sich dem Licht verschließt und auch die Jünger Jesu hasst, weil er sie aus der Welt herausgenommen hat (17,14). Dass Gott diese Welt retten will und dafür das Höchste einsetzt, was er einsetzen kann, ist das Wunder seiner Liebe.
 
EVANGELIUM
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.