Gedanken zu dem was damals geschah
Da kommt einer zum großen Fest nach Jerusalem, dieser Rabbi aus der Provinz, nicht bescheiden zu Fuß wie die meisten Pilger, auch nicht auf einem Pferd oder einem Kamel wie die hochherrschaftlichen Leute, nein - er reitet auf einem Esel.

Warum tut er das?

Und schon finden viele das toll, er ist anders - also ein Grund in ein gemeinsames Hochrufen einzustimmen.

Warum tut er das?

Macht er das um zu provozieren?
Er muss doch wissen das die Obrigkeit ihn bereits im Visier hat.
Geht er wirklich nur in den Tempel um mit seinen Freunden zu beten?
Will er wieder einmal eine seiner hinlänglich bekannten Predigten halten, gespickt mit Vorwürfen an die, die das Sagen haben?

Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel. Nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus., schreibt Markus.

Und am nächsten Tag

... kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um, ..., so der Evangelist.

Und wieder die Frage: Warum tut er das?

War es wieder nur eine Provokation oder wieder ein klares Statement für eine andere, ehrlichere Form religiösen Lebens?

Auch das Echo finden wir bei Markus:
Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren. Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt.

Er, der von außen gekommen ist, er wird nicht geduldet im Tempel und in der Stadt des Königs. Als ob er etwas ahnt zieht er sich vor die Mauern der Stadt zurück.

Jetzt wird er in dieser Stadt, im Zentrum der Macht, verurteilt werden.
Die Stadt duldet ihn nicht in ihrer Mitte.
Warum kommt er aber am nächsten Tag wieder?
Er muss doch ahnen, was da passieren kann.

Will er wieder provozieren?

Aber er geht seinen Weg.
Wir kennen den Weg. Wir wissen, wie es in diesen Tagen in Jerusalem weitergegangen ist.
Die Idee, die er allen nahe zu bringen versucht hat, scheint am Ende.
Ausgelöscht mit dem, der sie getragen hat.
Doch da war einer der ihn getragen hat.

Ihn, den unter der Last des Auftrags Gefallenen, hat er zärtlich aufgefangen und zur Auferstehung getragen.

Eine Auferstehung die seit über 2000 Jahren bestand hat.

Und das, trotz aller Bemühungen die Idee mit ihm zu begraben.

Denn ich weiß, da ist einer, der jedes Fallen - auch unser Fallen - unendlich zart in seinen Händen hält.
LH