Gedanken zum
3. Sonntag
in der
Osterzeit
Während sie reden tritt Jesus selbst in die Mitte der Jünger. So wie es schon beim Emmausgang der beiden Jünger gewesen war: Sie hatten sich über alles unterhalten, was sie erlebt hatten, sich über Fragen und Zweifel ausgetauscht - und Jesus kam in ihre Mitte und beteiligte sich am Gespräch und legte die Schrift aus, so dass die beiden später sagten: Brannte nicht unser Herz, als er mit uns sprach? (vgl. Lk 24,32)
 
Rund 2000 Jahre später will mir der Evangelist Lukas hier eine Erfahrung der ersten Gemeinden mitgeben, die mich immer noch zur wirklichen Begegnung mit Christus führen kann: Redet miteinander! Redet über euren Glauben, über eure Zweifel und Fragen, und über das, was ihr erlebt habt - und ihr werdet spüren, dass Jesus selbst sich dann in eurer Mitte bewegt.
 
Offensichtlich beginnt Christentum, oder besser gesagt: Die Erfahrung des lebendigen Christus - in der Gemeinschaft. Im Reden über Erlebtes, über Erhofftes, über Enttäuschungen und Freude. Eben im Austausch von ganz konkreten Erfahrungen. Wenn wir die Geschichten des Lebens miteinander teilen, dann dürfen wir damit rechnen, dass Jesus sich zu uns gesellt.
 
Der Evangelist Lukas fordert Christ*innen in seinem letzten Kapitel dazu auf: Erzählt euch von eurem Leben! Von Freude und Angst, von Liebe und Trauer, von dem, was ihr erlebt und erhofft. Dann wird sich der Auferstandene zu euch gesellen.
 
Hört einander zu, und öffnet euer Herz für die leisen Impulse, die der Auferstandene euch füreinander schenken will. Redet miteinander über euren Glauben. Denn er ist da. Wirklich, wahrhaftig, nicht als Geist - sondern als einer, der immer noch etwas vom Fleisch und Fisch versteht, den ihr zum Leben braucht, heute und jeden Tag aufs Neue.
 
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